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‘Andy Serkis’

  1. Erwartet: The Hobbit

    geschrieben am 23. Dezember 2011 von Michael Klitzsch

    Hach! Beim Anblick dieser Szenen werden ja ganz große cineastische Erinnerungen wach: In diesen Tagen ist der erste Trailer zum Herr-der-Ringe-Prequel “The Hobbit” herausgekommen. Und vieles, was Filmfreunde an der Ring-Trilogie lieben gelernt haben, kehrt in diesem Werk zurück auf die große Leinwand: von den umwerfend schönen neuseeländischen Schauplätzen bis hin zu Charakteren wie Gandalf (Ian McKellen), Galadriel (Cate Blanchett) oder Gollum (Andy Serkis).

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht dieses Mal jedoch der Hobbit Bilbo Baggins (Martin Freeman), der sich auf die Suche nach einem allseits bekannten, ganz besonderen Schatz macht. Im Schlepptau hat er einen Haufen bärtiger Zwerge, die hervorragend singen können, wie uns der Trailer verrät.

    Regie bei diesem mit Sicherheit sehr sehenswerten Streifen führt Herr-der-Ringe-Regisseur Peter Jackson. “The Hobbit” wird bei uns in knapp einem Jahr, am 13. Dezember 2012, in die Kinos kommen.



  2. Geliebt: Rise of the Planet of the Apes

    geschrieben am 14. August 2011 von Michael Klitzsch

    “No!”


    Ein verbittertes Abwenden. Dann ein Blick, in dem sich Angst, Wut und Enttäuschung spiegeln. Schließlich Schreie der Verzweiflung.

    Es ist nur einer von vielen großen, emotionalen Momenten in “Rise of the Planet of the Apes”, in denen wir nicht in das Gesicht eines menschlichen Schauspielers blicken, sondern in das eines im Computer entstandenen Affens namens Caesar (wobei die Grundlage für diese Gefühle doch ein Mensch lieferte: Andy Serkis, mit dessen Mimik und Schauspiel auch Gollum aus “Lord of the Rings” und King Kong erschaffen wurden).

    Caesar ist der zentrale Charakter der Geschichte – ein Schimpanse, der durch Experimente eines Pharmakonzerns zu ungeahnter Intelligenz gelangt. Doch mit seinem IQ wächst auch Caesars Unzufriedenheit. In ihm reift die Erkenntnis, dass er und seine Artgenossen für die Menschen nur Tiere sind, die an Leinen ausgeführt und in Käfige gesperrt werden. Schließlich entfacht Caesar eine Revolution, die zunächst San Francisco und dann die ganze Welt aus den Angeln hebt.

    Auch wenn digitale Emotionen im heutigen Kino keine Seltenheit mehr sind, ist es doch verblüffend, zu welchen neuen Höhen sich die Experten der Effekte-Schmiede WETA immer wieder aufschwingen. Anfang des Jahrtausends sorgten sie mit Gollum in den “Lord of the Rings”-Teilen für Aufsehen, 2005 legten sie mit Riesen-Gorilla King Kong nach, 2009 halfen sie James Cameron bei der Erschaffung der fantastischen Welt von “Avatar” – und nun haben sie mit “Rise of the Planet of the Apes” die Verschmelzung von menschlicher Performance und präziser digitaler Gestaltung perfektioniert. Das Resultat sind virtuelle Menschenaffen voller Leben, die echten Schauspielern ins nichts nachstehen.

    Im Gegenteil: Regisseur Rupert Wyatt konzentriert sich in seinem Blockbuster derart auf die Affen, dass die menschlichen Figuren dagegen geradezu verblassen. Manche wie der profitgierige Firmenchef (David Oyelowo) oder die sensible Freundin (Freida Pinto) bleiben den ganzen Film über ein Klischee. Selbst interessantere Charaktere wie der Affenhaus-Wärter (Brian Cox), der kranke Vater (John Lithgow) oder der von James Franco (“127 Hours”) gespielte Forscher Will Rodman tun sich schwer gegen die digitale Konkurrenz.

    Der Film schenkt seinen menschlichen Figuren aber auch nur so viel Zeit wie notwendig ist, um ihre grundlegendsten Züge auszuleuchten. Regisseur Wyatt schweift nicht ab, er erzählt gekonnt und straff, er weiß wo das Herz, das Glanzstück seines Films liegt. Es ist der Affe Ceasar. Sein Schicksal bildet die emotionale Klammer des Films. Ceasar überzeugt in all seinen Blicken und Bewegungen, sein Charakter entfaltet und entwickelt sich vor unseren Augen: vom naiven Kinder-Affen, der unbeschwert durch das Haus seiner menschlichen Fürsorger schwingt bis zum bitter-entschlossenen Revolutionsführer. Wir verstehen Caesar, wir fiebern mit ihm.

    Dank ihm bleiben wir auch bei der Stange, wenn der Film gegen Ende zum actionreichen Spektakel mutiert und einige Logik-Hüpfer vollführt. Zu gut hat der Film seine Geschichte bis zu diesem Punkt ausgebreitet, zu stark ist uns Caesar ans Herz gewachsen. Für uns ist er kein digitales Wesen mehr. Er ist ein Affe – wild entschlossen, wütend und getrieben vom Drang nach Freiheit.


    (USA 2011, Laufzeit: 1:45, seit 11. August im Kino)

    - Kritiken-Übersicht bei Moviepilot
    - Offizielle Seite zum Film
    - “Planet der Affen – Prevolution” bei IMDB