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‘2011’

  1. Gesehen: The Tree of Life

    geschrieben am 23. Februar 2012 von Michael Klitzsch

    Eins vorweg: Ich erkenne durchaus an, was Terrence Malick mit “Tree of Life” wagt, ich finde es grundsätzlich sehr begrüßenswert, wenn ein Regisseur sich nicht mit dem Aufguss einer schon zigmal erzählten Geschichte zufrieden gibt, wenn er Visionen hat und anspruchsvolles, forderndes Kino schaffen will. Nur zu!

    Das heißt aber natürlich nicht, dass ich automatisch alles mögen muss, was dabei rauskommt.

    “The Tree of Life” hat unfassbar schöne Bilder. Wie nah mich Malick an die Menschen und ihre Umgebung ranlässt, das ist wirklich bemerkenswert. Wie schon in “Der schmale Grat” ist man nie nur distanzierter Beobachter, sondern durch die sehr bewegliche und dennoch so präzise Kamera dauernd ganz dicht dran, man steht neben den Figuren, klettert mit den Kindern die Bäume hoch, spickt mit ihnen durch die Vorhänge, blickt ihnen tief in die Augen. Ja, für diese Kamera ist ein Oscar fällig.

    Dem Film an sich würde ich aber keinen geben. Mag sein, dass “The Tree of Life” für einige die Offenbarung ist und ich kann das ein Stück weit nachempfinden. Für mich persönlich ist “The Tree of Life” ambitioniert, aber schlussendlich nicht überzeugend. Mir ist die Exkursion zu den Sauriern und zur Geburt der Welt zu viel, mir ist das ständige bedeutungsschwangere Flüstern zu viel, die Verknüpfung der Szenen zu lose, das symbolhafte Ende zu kitschig.

    Ich fühlte mich bei “The Tree of Life” von Malicks großen Thesen (Gnade, Natur) erdrückt, sie lassen mir keinen Raum, wirklich in die Welt der Familie O’Brien oder überhaupt in eine Geschichte einzutauchen. Ich sehe einen traurig dreinblickenden, Fahrstuhl fahrenden Sean Penn, einen grimmigen Papa, eine liebende Mutter, zerrissene Kinder. Aber das ist mir zu wenig und gleichzeitig zu dick aufgetragen, zu pauschal, ich hätte gern mehr Zusammenhänge, mehr Greifbares, mehr Geschichte. Stattdessen gibt es nur Schönheit, große Fragen, Symbole.

    Am Ende ist “Tree of Life” wohl einfach nicht mein Film. Und Malick vielleicht auch einfach nicht mein Regisseur. Auch wenn er wunderwunderschöne Bilder auf die Leinwand zaubert.



  2. Erwartet: Let Me In

    geschrieben am 14. November 2011 von Michael Klitzsch

    Es ist nicht leicht, ein kleiner Junge in einer kleinen Stadt zu sein. Insbesondere, wenn es dort auch größere Jungs gibt, die nicht so gut auf einen zu sprechen sind. Mit diesem Problem muss sich der zwölfjährige Owen rumschlagen, bis er Freundschaft mit einem mysteriösen Mädchen namens Abby schließt, die seine Probleme beseitigt. Doch schon bald kommt der Junge dem düsteren Geheimnis Abbys auf die Schliche…

    Ich fand den Found-Footage-Horrorfilm “Cloverfield” ja gar nicht so schlecht, was dessen Regisseur Matt Reeves jetzt mit “Let Me In” vorlegt, sieht auf den ersten Blick auch sehr stimmungsvoll aus. Vor allem die Kinderschauspieler Kodi Smit-McPhee (der Sohn aus “The Road”) und Chloë Grace Moretz (“500 Days of Summer”, “Kick-Ass”) machen einen guten ersten Eindruck. Ebenfalls dabei und immer gern gesehen ist Richard Jenkins (der verstorbene Vater Nathaniel Fisher aus “Six Feet Under”).

    “Let Me In” kommt am 15. Dezember bei uns in die Kinos.

    - Offizielle Seite zum Film



  3. Gesehen: Real Steel

    geschrieben am 7. November 2011 von Michael Klitzsch

    “You know, we’ll probably get our asses kicked, but at least we’ll go down swinging. Yeah? What do you say?”


    Roboter, die boxen, ein schlechter Vater, der sich zusammenrauft, ein Strahle-Kind, das zum Helden wird, eine hübsche Freundin, die vor allem mitfühlt und anfeuert. Oberflächlich betrachtet müsste “Real Steel” eigentlich ein ziemlich langweiliges, im ungünstigsten Fall sogar ärgerliches Kinoerlebnis sein. Auch Durchschnittsregisseur Shawn Levy, der bisher vor allem dürftige Schmalspur-Filme wie “Date Night” und Nachts im Museum” abgeliefert hat, lässt auf nichts Gutes hoffen. Ich hatte also allen Grund dazu, vor Beginn des Films, für den ich nicht ganz freiwillig ein Kino aufgesucht habe, skeptisch und unbegeistert zu sein.

    Wohl gemerkt: vor Beginn des Films. Denn nach “Real Steel” muss ich trotz offensichtlicher Schwächen sagen: Dieser Film hat richtig Spaß gemacht.

    Sicher, die Story ist Schema F, ein klassisches Sport-/ Familiendrama: Ein Daddy kriegt sein Familienleben ebenso wenig gebacken wie seine Karriere als Boxroboter-Trainer. Alles geht den Bach runter, bis der Zufall ihm seinen bereits elfjährigen Sohn vor die Tür setzt. Und mit ihm und einem neuen Roboter wendet sich das Schicksal natürlich. So weit, so voraussehbar.

    Und dennoch funktioniert “Real Steel” wunderbar. Und das hat vor allem einen Grund: Obwohl die Figuren des Films voller müder Klischees stecken, spielt das Dreigestirn Hugh Jackman (“The Prestige”, Wolverine aus der “X-Men”-Filmreihe), Evangeline Lilly (bekannt aus der Serie “Lost) und vor allem der kleine Dakota Goyo (zuletzt in “Thor” bei uns zu sehen) sie fantastisch. Es ist unfassbar, was dieser Elfjährige bereits an Ausdruck drauf hat. Auch Hugh Jackman und Evangeline Lilly – beide würde ich eigentlich nicht gerade zu den großen Charakterdarstellern zählen – machen aus ihren simpel angelegten Parts das Beste und verkörpern sie absolut glaubwürdig.

    Ihr Spiel sorgt dafür, das ihr Schicksal uns interessiert, das wir in die Geschichte gezogen werden. Dazu gesellen sich großartig inszenierte, actiongeladene Roboter-Boxkämpfe, die statt “Transformers”-typischen Geprotzes einen durchdachten dramaturgischen Aufbau bieten. Diese Kombination macht es möglich, dass ein im Grunde relativ simples Finale mit schlichten Bösewichtern zu einem mitreißenden Filmmoment wird. Am Ende muss ich mir eingestehen, dass mich dieser Film mit seiner schlichten, aber bestens umgesetzten Unterhaltungsformel aus “Rocky”-Story und Spielberg’schen Familien-Emotionen richtig gerührt hat – “Real Steel” ist zwar simples, aber glücklich machendes Kino.

    - Offizielle deutsche Seite zum Film



  4. Erwartet: Mission Impossible 4

    geschrieben am 28. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    “Mission: Impossible” – das ist eine Marke, die Actionsfans das Herz höher schlagen lässt. Noch vor Weihnachten kommt der vierte Teil mit dem Untertitel “Ghost Protocoll” (im deutschen Titel: “Phantom Protokoll”) in die Kinos. Zu dem gibt’s jetzt einen neuen Trailer.

    Die Story: Dem Geheimbund IMF (Impossible Mission Force) wird übel mitgespielt. Als der Kreml in einer spektakulären Explosion hochgeht, wird das der Organisation von Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) angehängt. Vom IMF bleibt schließlich nur noch ein Rumpf von vier Agenten übrig. Und die holen natürlich zum Gegenschlag aus und tun alles dafür, den Namen ihrer Organisation wieder reinzuwaschen.

    Regie führt der Amerikaner Brad Bird, der sich bisher vor allem für fantastische Pixar-Animationsstreifen wie “Ratatouille”, “The Incredibles” und “Up” verantwortlich zeigte. Neben Tom Cruise spielen Jeremy Renner (“The Hurt Locker”, “28 Days Later”, The Town”), Simon Pegg (“Shaun of the Dead”, “Hot Fuzz”) und Paula Patton (“Déjà Vu”, “Precious”) die Mitglieder des Agenten-Quartetts.

    “Mission Impossible 4: Ghost Protocoll” kommt am 15. Dezember in unsere Kinos.

    Quelle: Yahoo Movies



  5. Erwartet: Into the Abyss

    geschrieben am 27. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    Deutschlands Vorzeige-Regisseur Werner Herzog (“Rescue Dawn”, “Grizzly Man”, “Aguirre, der Zorn Gottes”) bringt in diesem Herbst in den USA einen von einigen Kritikern bereits gefeierten Dokumentarfilm namens “Into the Abyss” in die Kinos. In diesem entfaltet Herzog die Lebensgeschichten von Personen, die mit einem zu Tode Verurteilten in Texas zu tun haben. Angehörige, die ihre Liebsten verloren haben, kommen ebenso zu Wort wie der verurteilte Täter oder der Beamte, der dutzende Menschen hingerichtet hat. Herzog überzeugt bereits im nun erschienenen ersten Trailer der Doku mit bewegenden Kommentaren der Interviewten und einer stilsicheren, ruhigen Inszenierung.

    “Into the Abyss” läuft in diesem Herbst auf verschiedenen Festivals, ein Starttermin für Deutschland ist noch nicht bekannt.


    Quelle: Making Of



  6. Erwartet: And They’re Off

    geschrieben am 25. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    Es ist so eine Sache mit Sportfilmen. Trotz Sidestorys und menschlichen Dramen geht es am Ende meist doch nur ums Verlieren oder Gewinnen. Rob Schiller, bisher vor allem als TV-Regisseur unter anderem für die Comedy-Serien “Two and a Half Men” und “King of Queens” tätig, hat dem ersten Anschein nach trotzdem einen Weg gefunden, einen guten Sportfilm zu drehen: Er hat seinen neuen Film “And They’re Off” über einen erfolglosen Pferdetrainer, der noch einmal eine große Chance bekommt, einfach voll mit Humor gepackt.

    Und so gibt’s schon im Trailer, in dem Trainer Dusty (Sean Astin, bekannt als Frodos Lieblingshobbit-Freund Sam aus der “Lord of the Rings”-Trilogie) sich mit seiner Ex-Freundin streitet oder gegen Autotüren stolpert, einiges zum Schmunzeln. Neben Astin spielen unter anderem Peter Jacobsen (“Dr. House”, “Transformers”) und Kevin Nealon (“Weeds”) mit.

    “And They’re Off” kommt diese Woche in die amerikanischen Kinos, ein deutscher Starttermin steht noch nicht fest.


    Quelle: The Movie Reel Trailers



  7. Erwartet: Albert Nobbs

    geschrieben am 17. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    Es gibt außergewöhnliche schauspielerische Leistungen, die kündigen sich schon im Trailer an. So ist es bei “Albert Nobbs”, dem neuen Film von Regisseur Rodrigo García (“Mütter und Töchter”, “Nine Lives”), in dem Glenn Close (“Air Force One”, “Mars Attacks!”, “Gefährliche Liebschaften”) eine Frau spielt, die ihre Identität verbirgt und als männlicher Butler Albert Nobbs in Dublins feinstem Hotel arbeitet – bis sie eine junge Malerin kennenlernt und mit ihr aus ihrer Lebenslüge ausbrechen will.

    Die sensible Persönlichkeit von “Albert” transportiert Glenn Close schon im Trailer wundervoll. Neben ihr spielen unter anderem Brendan Gleeson (gerade bei uns in “The Guard” zu sehen), Mia Wasikowska (“Alice im Wunderland”, “The Kids Are All Right”) und Aaron Johnson (“Kick-Ass”, “The Illusionist”) mit.

    “Albert Nobbs” kommt bei uns im Dezember in die Kinos.



  8. Erwartet: Will

    geschrieben am 10. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    Ein kleiner Fußballfan auf großer Reise: Im Spielfilmdebüt der Regisseurin Ellen Perry reißt ein Waisenjunge namens Will (Perry Eggleton) aus seinem Heim in England aus und schlägt sich auf eigene Faust zum Champions-League-Finale des FC Liverpool in Istanbul durch.

    Das Sportdrama, in dem unter anderem Bob Hoskins (zuletzt bei uns in “We Want Sex” zu sehen, bekannt durch “Roger Rabbit” und “Hook”) und Damian Lewis (“Ein ungezähmtes Leben”, “Dreamcatcher”) mitspielen, drückt schon im Trailer merklich auf die Tränendrüse. Andererseits kann und will man sich manchen Momenten – wie dem staunenden Will inmitten des Stadions voller singender Liverpool-Fans – auch gar nicht entziehen.

    “Will” kommt nächste Woche in die britischen Kinos. Weitere Starttermine stehen noch nicht fest.



  9. Erwartet: Young Adult

    geschrieben am 7. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    Einer meiner liebsten Regisseure hat einen neuen Film in den Startlöchern. Jason Reitman, der Schöpfer von “Up in the Air”, “Juno” und “Thank You for Smoking” bringt demnächst “Young Adult” in die Kinos.

    Die Story ist mit einem alten Elton-John-Songtitel passend beschrieben: “The Bitch is Back”: Charlize Theron (“The Road”, “In The Valley of Elah”, Oscar für die Hauptrolle in “Monster”) spielt in “Young Adult” eine schnoddrige, absolut von sich selbst überzeugte Schriftstellerin, die in ihr Heimatdorf zurückkehrt, um ihren Ex-Freund aufzureißen. Dass der inzwischen verheiratet ist und ein Kind hat, ist für sie nur eine zu vernachlässigende Nebensache. Neben Charlize Theron spielen Patrick Wilson (“Watchmen”, “Hard Candy”) und Patton Oswalt (hierzulande vor allem als Spence aus “King of Queens” bekannt) mit.

    Herrliche Szenen bereits im Trailer, eine grandios aufspielende Charlize Theron und ein Regisseur, der weiß, was er tut. Meine Hoffnungen für “Young Adult” schrauben sich in die Höhe. Der Film läuft im Dezember in den USA an, ab 22. März ist er auch bei uns zu sehen.



  10. Erwartet: My Week With Marilyn

    geschrieben am 5. Oktober 2011 von Michael Klitzsch

    Filmikone, Sexsymbol, Superstar – Marilyn Monroe gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts. Jetzt nähert sich der britische Regisseur Simon Curtis, der bisher vor allem Fernsehfilme und -serien drehte, dem Mythos mit dem Film “My Week With Marilyn”. Dieser beschreibt Marilyn, gespielt von Michelle Williams (“Blue Valentine”, “Shutter Island”, “Brokeback Mountain”) aus der Perspektive von Laurence Oliviers Regieassistenten Colin Clark, der Marilyn Monroe am Set von “Der Prinz und die Tänzerin” 1957 kennenlernt.

    Wie gut Michelle Williams die unmögliche Aufgabe meistert, Marilyn Monroe zu verkörpern, das lässt sich nach diesem ersten Trailer noch nicht so ganz sagen. Mein Bauchgefühl reichte von sehr gut bis na ja. Interessant dürfte dieses Bio-Pic aber allemal werden. Unter anderem spielen Judi Dench (“M” aus den jüngeren James-Bond-Filmen, “Tagebuch eines Skandals”) und Emma Watson (Hermine-Darstellerin aus den Harry-Potter-Filmen) mit.

    US-Kinostart für “My Week With Marilyn” ist der 4. November. Ein deutscher Kinostart steht noch nicht fest.

    Quelle: Yahoo Movies