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Geliebt: Moneyball

geschrieben am 25. Februar 2012 von Michael Klitzsch

“It’s threatening the way they do things.
And every time that happens, whether it’s the government, a way of doing business, whatever, the people who are holding the reins – they have their hands on the switch
– they go batshit crazy.”


Tja, wer hätte das gedacht: Weder der gefeierte Stummfilm-Coup “The Artist”, noch der Ich-erklär-Dir-die-Welt-Gigant “The Tree of Life” und schon gar nicht der für Allen-Verhältnisse ziemlich durchschnittliche “Midnight in Paris” haben es geschafft. In diesem Oscar-Jahrgang hat mir persönlich doch tatsächlich dieses Sport(!!!)-Drama über Baseball(!!!) am besten gefallen: “Moneyball”. Ja, steinigt mich ruhig.

Ich mag es, wenn Regisseur und Drehbuchautor es verstehen, eine klug aufgebaute Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die nicht immer die im Rahmen ihres Genres schon dutzendfach ausgetretenen Plot-Wege geht. Mit Figuren, die mich bewegen, die mich mitfühlen lassen. Mir ist es dann auch nicht so wichtig, dass es nicht immer ums große Ganze geht oder der Film technisch eher konventionell aussieht (in Farbe, mit Ton).

Ich liebe es, wenn diese gute Geschichte dann auch noch dort entsteht, wo man sie nicht unbedingt erwartet, bei einem Thema, das nicht unbedingt dafür prädestiniert ist, eine packende Story hervorzubringen. Sagen wir zum Beispiel: Wenn es darum geht, wie man ein gutes Baseballteam zusammenstellt.

“Moneyball” ist sicher nicht der perfekte Film, keiner, der einen aus dem Kinosessel bläst. Er hat sogar ein paar klassisch rührselige Momente, die wenig originell sind. Aber “Moneyball” ist eben auch ein Film, den man schätzen kann für seine Erzählkunst. Das tue ich. Ich mag Drehbuchautoren wie Steven Zaillian und Aaron Sorkin, die wissen, wie man verdammt gute Szenen und Dialoge schreibt, Schauspieler wie Brad Pitt, die wenig spektakuläre Rollen in überzeugende, glaubhafte Figuren verwandeln und Regisseure wie Bennett Miller, die alles zu einer stimmigen Geschichte zusammenfügen.

Also, Ihr lieben Filmliebhaber. Schwärmt ihr ruhig von Dinos, Familiengeschichten und dem Sinn des Lebens, von Stummfilm-Schönheit, von Jungen, die in Bahnhöfen leben, Pferden in Kriegen oder George Clooney im Hawaii-Hemd. Mir wird warm ums Herz, wenn Brad Pitt Stühle gegen Wände wirft, Schreibtische umkippt und Radios zertritt.
So ist das eben.



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